{"id":19252,"date":"2016-10-06T06:49:34","date_gmt":"2016-10-06T04:49:34","guid":{"rendered":"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/?p=19252"},"modified":"2016-10-06T05:59:57","modified_gmt":"2016-10-06T03:59:57","slug":"wenns-schiefer-geht-als-man-glaubt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/2016\/10\/06\/wenns-schiefer-geht-als-man-glaubt\/","title":{"rendered":"Wenn&#8217;s schiefer geht, als man glaubt."},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Viele Fahrten sind am Ende ja wirklich Dienst nach Vorschrift und es gibt gen\u00fcgend Fahrg\u00e4ste, bei denen man zu Beginn inklusive Smalltalkthema und Trinkgeldh\u00f6he quasi alles vorhersagen kann. Die Touren, bei denen es nicht so l\u00e4uft, sind dann die, die ich hier verblogge und heute kommen wir zu einem der Worst-Case-F\u00e4lle.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Angefangen hat alles gut mit zwei mittelangetrunkenen Russen in ungef\u00e4hr meinem Alter, die mir als Winker in Friedrichsfelde vor&#8217;s Auto gelaufen sind. Trotz schlechtem Deutsch war sehr schnell klar, wo sie hinwollten, es ging um einen mir wohlbekannten Puff in knapp 30 \u20ac Entfernung. Ich h\u00e4tte unterwegs etliche andere L\u00e4den gewusst, aber in Anbetracht der Tatsache, dass der Laden sogar eine kleine Pr\u00e4mie zahlt, fehlte mir wirklich der Anlass, sie zu einem anderen zu \u00fcberreden. Gesagt, dass das eine ziemlich lange Strecke ist, hab ich aber trotzdem, schon um klarzustellen, dass selbst &#8222;schnell&#8220; auf jeden Fall 25 &#8211; 30 Minuten bedeutet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eigentlich also ganz nett. Und wirklich: problematisch w\u00e4re nun nicht das Wort der Wahl f\u00fcr die beiden. Ich hab ihnen auch das weitertrinken im Taxi erlaubt, obwohl ihr etwas seltsames Mixgetr\u00e4nk verst\u00f6rend intensiv gerochen hat. Gibt&#8217;s Kerosin mit Zitrusnote in Flaschen? Naja,ich war jedenfalls froh, nicht mittrinken zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die beiden palaverten laut, ich hatte auf ihre Bitte einen Lull-und-lall-der-90er-Radiosender eingeschaltet und die Fahrt verlief im Grunde nett, angenehm und unspektakul\u00e4r, bis wir bei 28,30\u20ac vor dem Puff hielten. Zun\u00e4chst musste ich mein schon stark dezimiertes Wechselgeld wirklich noch nach 1,70\u20ac durchforsten, anschlie\u00dfend reichte mir einer der beiden das Geld dann doch wieder zur\u00fcck. Nett grinsend. So denn, Trinkgeld gab&#8217;s also auch noch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und dann sind sie erst einmal ums Eck gegangen. WTF? Nachdem sie nach drei Minuten nicht wieder aufgetaucht sind, hab ich mich verzogen. Ja, eigentlich erwartete ich schon, dass sie (nach dem Pinkeln oder was auch immer) noch in den Puff gehen, aber trotz eventueller Kohle vom T\u00fcrsteher konnte ich dort nicht weiter das Parkverbot \u00fcberstrapazieren. Und eigentlich wollte ich eh so langsam mal Richtung Heimat abdrehen. Nicht zwingend sofort Feierabend machen, aber gem\u00e4chlich in die richtige Richtung treiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Also bin ich schweren Herzens weg, aber in Anbetracht der ein paar Stunden zuvor erfolgten <a href=\"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/2016\/10\/02\/what-the-fuck\/\">\u00fcberraschenden 100\u20ac-Zuwendung<\/a> war ich mit dem Verlauf der Schicht schwer zufrieden. Das hielt noch zwei Querstra\u00dfen lang an, bis ich beim Bremsen ein &#8222;Klonk&#8220; von hinten im Auto vernahm. Ich bin kurz rechts ran und tats\u00e4chlich: Hatten die beiden Arschgeigen die noch nicht einmal leere Flasche (eine selbst aufgef\u00fcllte Limo, ich wei\u00df immer noch nicht, was es war) ins Auto geschmissen und die Fu\u00dfmatte war voll von dem stinkenden Zeug. B\u00e4h!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So dachte ich zun\u00e4chst. Bei n\u00e4herer Betrachtung war es aber wohl doch eher so, dass der hinter mir wohl ins Auto gekotzt hatte. \ud83d\ude41<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dem Umfang nach war&#8217;s auch nicht verwunderlich, dass ich das nicht mitbekommen hab, das war jetzt nicht die Totalkatastrophe mit minutenlangem W\u00fcrgen, sondern vermutlich eher so ein Aufsto\u00dfen, bei dem unerwartet Material mitgekommen ist. \u00c4rgerlich, aber kein Grund, die Klappe zu halten und nachher freundlich grinsend 1,70\u20ac Trinkgeld zu geben!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Reinigung hab ich tats\u00e4chlich an der n\u00e4chsten Tanke sehr schnell alleine hinbekommen. Keine 10 Minuten und neben ein bisschen K\u00fcchenrolle und Reiniger nur 0,50\u20ac Geldeinsatz f\u00fcr den K\u00e4rcher (Super f\u00fcr die Fu\u00dfmatten!). Im Falle einer netten Entschuldigung und etwas Mitarbeit h\u00e4tten wir da sehr schnell eine wirklich vertr\u00e4gliche L\u00f6sung finden k\u00f6nnen. So wie&#8217;s stattdessen gelaufen war, h\u00e4tte ich den beiden r\u00fcckblickend aber lieber den Siff ins Gesicht geschmiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und aus Geruchsgr\u00fcnden war&#8217;s dann halt doch der endg\u00fcltige Feierabend. \ud83d\ude41<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/f979035b75c04dd19ea83fe88a1e2934\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viele Fahrten sind am Ende ja wirklich Dienst nach Vorschrift und es gibt gen\u00fcgend Fahrg\u00e4ste, bei denen man zu Beginn inklusive Smalltalkthema und Trinkgeldh\u00f6he quasi alles vorhersagen kann. Die Touren, bei denen es nicht so l\u00e4uft, sind dann die, die ich hier verblogge und heute kommen wir zu einem der Worst-Case-F\u00e4lle. 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