{"id":1733,"date":"2009-06-01T04:17:34","date_gmt":"2009-06-01T02:17:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/?p=1733"},"modified":"2009-06-01T04:17:34","modified_gmt":"2009-06-01T02:17:34","slug":"diese-scheiss","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/2009\/06\/01\/diese-scheiss\/","title":{"rendered":"Diese Scheiss&#8230;"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Fahrradfahrer! So k\u00f6nnte ich den Artikel \u00fcbertiteln, wenn ich daran interessiert w\u00e4re, Zwietracht zu s\u00e4en. Bin ich aber nicht!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich will nicht leugnen, dass mir in meinem Beruf Fahrradfahrer oftmals auf die Nerven gehen. Aber das ist zu kurz gegriffen! Denn ebenso wenig, wie ich als Taxifahrer unter &#8222;die Taxifahrer&#8220; subsummiert werden m\u00f6chte, nur weil Kollegen mal wieder Privatrennen fahren oder sich assig verhalten, so wenig werden das die meisten F\u00fchrer von unmotorisierten Zweir\u00e4dern wollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Insofern m\u00f6chte ich klarstellen, dass ich Fahrradfahrer nicht grunds\u00e4tzlich als d\u00e4mlich einstufe, sie hasse oder ihnen die Pest an den Arsch w\u00fcnsche. Manche allerdings legen es echt darauf an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich bin kein aggressiver Autofahrer. Ich habe seit ich Taxi fahre (immerhin inzwischen ein halbes Jahr) meine Hupe noch nicht einmal verwendet. Na gut, ich bin mal versehentlich draufgekommen. Ich reagiere zu 99% sehr sehr gelassen, wenn irgendwer eine gef\u00e4hrliche Situation im Stra\u00dfenverkehr verursacht. Ich mache selbst gelegentlich Fehler &#8211; und davon gehe ich zuallererst auch bei anderen aus. Sowas kommt vor, und so lange nichts passiert, ist doch alles in Ordnung!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ob statistisch gesehen mehr Radfahrer oder Autofahrer sich danebenbenehmen, weiss ich ebenfalls nicht. Ich denke eigentlich, dass die Autofahrer beim Misachten der Verkehrsregeln vorne liegen &#8211; wie viele Vergehen davon allerdings geringf\u00fcgige Geschwindigkeits\u00fcbertretungen einnehmen, ist vielleicht die andere Frage.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was mich stets nervt, das sind die vors\u00e4tzlichen Vergehen. Ich bin zwar ein kritischer Mensch im Bezug auf Gesetze und Rechtssprechung &#8211; aber bei den wenigsten Regelungen lassen sich so konkret Sicherheitsgewinne benennen wie bei der StVO. Ich kann allen kritischen Lesern garantieren: Wenn sich die Menschen im Verkehr benehmen w\u00fcrden wie meine Wenigkeit, dann br\u00e4uchten wir 90% der Regeln nicht. Ist mir ehrlich gesagt egal, ob ihr das glaubt &#8211; aber ich schreibe das nicht, um mich zu profilieren. Nur zur Erkl\u00e4rung. Ja, ich habe in meinem Leben auch im Verkehr schon Scheisse gebaut. Ich bin schon besoffen Auto gefahren und ich bin schon gerast. Ich habe schon einmal das Rotlicht misachtet und habe schon Leuten die Vorfahrt genommen. Ich bin kein Engel. Und ich bin sehr froh, dass ich damals nicht erwischt worden bin, und mir damit heute verg\u00f6nnt ist, den geilsten Job der Welt zu machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">M\u00f6glich, dass es sich bei den von mir so verfluchten Idioten auch ausschliesslich um Menschen in ihrer Selbstfindungsphase handelt. Aber es ist unwahrscheinlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Radfahrer sind im Vergleich zu anderen Verkehrsteilnehmern die verletzlichsten. Das gebietet nat\u00fcrlich bei den anderen zu besonderer Vorsicht. Diesem Grundsatz stimme ich uneingeschr\u00e4nkt zu, und ich tue mein bestes, um diesem Anspruch gerecht zu werden. Aber es ist unglaublich enervierend, st\u00e4ndig Radfahrer zu sehen, die ohne Licht unterwegs sind, achtlos \u00fcber rote Ampeln fahren oder einen mal spontan rechts \u00fcberholen, w\u00e4hrend man gerade anf\u00e4hrt. Zudem habe ich &#8211; bei allem Respekt &#8211; kein Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr, dass manche unbedingt auf der Stra\u00dfe fahren m\u00fcssen, w\u00e4hrend 20 cm entfernt ein Radweg existiert. Denn nat\u00fcrlich d\u00fcrfen Radfahrer auf der Stra\u00dfe fahren und nat\u00fcrlich m\u00fcssen sich Autofahrer darauf einstellen, dass auch langsamere Verkehrsteilnehmer unterwegs sind. Aber warum muss man auch noch k\u00fcnstliche Konfliktsituationen schaffen?<br \/>\nWas w\u00fcrde wohl passieren, wenn ich pl\u00f6tzlich der Meinung w\u00e4re, mein Taxi w\u00fcrde auf dem Gehsteig doch ebenso gut fahren?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich bin mit Sicherheit nicht einer von denen, der Radfahrer in Gefahr bringt &#8211; aber ich frage mich manches Mal, ob den Radlern selbst der Blick f\u00fcr die Gefahr v\u00f6llig verloren geht. Und ob sie sich bewusst sind, dass sie damit &#8211; wie Autofahrer auch &#8211; nicht nur sich selbst gef\u00e4hrden. Wenn ich irgendwann eine radfahrende Nachteule ohne Licht \u00fcbersehe und \u00fcber den Haufen fahre, dann ist mein Auto im Arsch, mein Schein &#8211; und damit meine berufliche Zukunft\u00a0 &#8211; dahin. Das ist nicht viel im Vergleich zur Lebensgefahr auf der anderen Seite, aber doch auch nicht zu verachten. Au\u00dferdem k\u00f6nnte das ein oder andere gewagte Ausweichman\u00f6ver meinerseits auch unter den motorisierten Verkehrsteilnehmern f\u00fcr Tote sorgen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mobilit\u00e4t ist was wunderbares, und ich als Autofahrer kenne nat\u00fcrlich auch die Faszination, die mitunter damit einhergeht. Ich kenne den Adrenalinkick vom schnellen Fahren, und ganz abgesehen davon habe auch ich es schon eilig gehabt, und war der Meinung, mein Anliegen sei jetzt nunmal wichtiger als der Rest der Welt. Aber eigentlich kann Verkehr so nicht funktionieren! Meistens klappt es, weil der \u00fcberwiegende Teil der Fahrer durchaus wach ist und schnell reagieren kann, wenn mal was schief l\u00e4uft. Ich selbst habe im Laufe der vergangenen 7 Jahre (so lange habe ich den F\u00fchrerschein) mindestens 20 mal alleine durch mein Verhalten einen Unfall verhindert. Da waren harmlose Dinge dabei, aber auch Situationen, in denen die Wahrscheinlichkeit, dass jemand stirbt, enorm waren. Als Berufskraftfahrer bin ich mir dessen bewusst &#8211; so wie auch ein Bombenentsch\u00e4rfer weiss, was ein Fehler bedeuten kann. Nur: In meinem Umfeld sperrt niemand sicherheitshalber alle Unbeteiligten weg.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deswegen, liebe Radfahrer:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Achtet bitte auch darauf, verkehrsgerecht zu fahren! Unf\u00e4lle nur nach der Schuldlage zu bewerten, ist unsinnig! So wie ihr R\u00fccksicht seitens der Autofahrer fordert, kann ich sie auch von euch fordern! Und da spielt es keine Rolle, ob man schon einmal von der &#8222;Gegenseite&#8220; mies in Bedr\u00e4ngnis gebracht wurde. Im Verkehr gilt doch eigentlich &#8211; ebenso wie in der Gesellschaft an sich &#8211; dass man es nicht allen anderen mal zeigen muss, nur weil man selbst von einem einzelnen mal scheisse behandelt wurde. Wir wollen alle nur m\u00f6glichst schnell und sicher ans Ziel kommen &#8211; K\u00e4mpfe k\u00f6nnen wir woanders ausfechten!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.berlinstreet.de\/1378\" target=\"_blank\">Aro hat \u00fcbrigens vor einiger Zeit auch was dazu geschrieben<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fahrradfahrer! So k\u00f6nnte ich den Artikel \u00fcbertiteln, wenn ich daran interessiert w\u00e4re, Zwietracht zu s\u00e4en. Bin ich aber nicht! Ich will nicht leugnen, dass mir in meinem Beruf Fahrradfahrer oftmals auf die Nerven gehen. Aber das ist zu kurz gegriffen! 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