{"id":16752,"date":"2014-10-15T14:45:38","date_gmt":"2014-10-15T12:45:38","guid":{"rendered":"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/?p=16752"},"modified":"2014-10-15T04:39:20","modified_gmt":"2014-10-15T02:39:20","slug":"confusing","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/2014\/10\/15\/confusing\/","title":{"rendered":"Confusing"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Es war ein selten klischeehaftes Gegacker, als die vier jungen Damen eingestiegen waren. Ich stand auf der Warschauer Br\u00fccke, wo dank wunderbarer Baustellen inzwischen nachts um 1 Uhr nicht nur auf dem Gehweg, sondern auch auf der Stra\u00dfe Stau herrscht. Kaum dass die M\u00e4dels eingestiegen waren, plapperten wirklich alle gleichzeitig auf mich ein, es war schlicht \u00fcberhaupt nichts zu verstehen. Die Namen von Stra\u00dfen und Bahnh\u00f6fen, alles wild durcheinander. Irgendwo glaubte ich ein &#8222;Rehberge&#8220; zu h\u00f6ren, dann aber wurde halbwegs verst\u00e4ndlich &#8222;Ritter Butzke&#8220; gesagt. Na also, das kenne ich doch!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(Den U-Bahnhof Rehberge auch, aber das nur nebenbei \u2026)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich wendete also baldestm\u00f6glich und prompt baten mich die Damen, das Auto zu stoppen. Also eine, nein zwei von ihnen. Es war wohl tats\u00e4chlich so, dass zwei zum Ritter Butzke und zwei zum U-Bahnhof wollten. V\u00f6llig entgegengesetzte Fahrtrichtungen. Das freilich hatten sie nicht etwa zuvor gekl\u00e4rt, sondern taten es nun, wo ich auf der Br\u00fccke stand und auf halbwegs eindeutige Anweisungen wartete. W\u00fcrde mir nicht einfallen, aber kann man ja mal machen. Bei laufender Uhr ist das auch f\u00fcr mich kein Problem.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Obwohl f\u00fcr mich der Bahnhof Rehberge eine bessere Tour bedeutet h\u00e4tte, war es schon ok, dass mir am Ende die Ritter-Butzke-Fraktion blieb. Die anderen wollten schlie\u00dflich insbesondere deswegen heim, weil sie schon einen \u00fcber den Durst getrunken hatten. Was man von den beiden Partytanten neben und hinter mir nicht sagen konnte. Die hatten eindeutig noch mehr geplant und waren noch entsprechend fit. Nachdem wir die anderen losgeworden waren, bekam ich eine wirklich aufrichtige Entschuldigung f\u00fcr den Stress:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;I am so, soo, sooooo sorry for that, believe me! Soooooo sorry!&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;No problem, really. It was just a bit, you know, confusing. But that&#8217;s all, everything&#8217;s fine.&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die folgende Fahrt \u00fcber haben wir uns haupts\u00e4chlich \u00fcber meine Englischkenntnisse und ihre Taxierlebnisse unterhalten. Und immerhin kann ich inzwischen relativ gut auf englisch erz\u00e4hlen, wie schlecht ich englisch kann. \ud83d\ude09<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Ernst: Ich hab&#8216; eine gute Aussprache, aber mein Vokabular ist eben beschr\u00e4nkt. Aber es w\u00e4chst \u2013 und damit auch das Lob der Fahrg\u00e4ste. Faire Entlohnung sozusagen. Der Taxifahrer vom Flughafen aus h\u00e4tte nur schlecht englisch gesprochen, viel schlimmer aber sei gewesen, dass er nicht wusste, wo sie hinwollten. Also hab ich den jungen Touristinnen mal eben die Taxi-Problematik in Sch\u00f6nefeld erl\u00e4utert und dass das bedeutet, dass die Fahrer dort keine Ortskunde f\u00fcr Berlin haben m\u00fcssen. Was im Taxi eben so unter Smalltalk f\u00e4llt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Trinkgeld am Ende war schlecht, sehr schlecht sogar, das muss ich zugeben. Was aber keinesfalls b\u00f6se gemeint war, sondern eher der Unwissenheit geschuldet. Und dann mag ich das nicht so recht als Manko sehen. Denn zum einen h\u00e4tten mich die beiden auf einen Drink eingeladen, zum anderen betonten sie, dass ich &#8222;the best taxi driver we ever met&#8220; gewesen w\u00e4re und eine der Damen bestand darauf, mich mit einem High-Five zu verabschieden. Sicher, kaufen kann ich mir daf\u00fcr nix. Aber solche Touren sorgen auf der anderen Seite daf\u00fcr, dass einem die Arbeit gar nicht wie Arbeit vorkommt. Und f\u00fcrs nette Quatschen mit fremden Menschen bekommen die meisten anderen auch nicht mehr als Anerkennung. Da sind vierfuffzig brutto zus\u00e4tzlich doch eigentlich schon ok \u2026<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/92cac53901cf479cb9e70622d18293a4\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war ein selten klischeehaftes Gegacker, als die vier jungen Damen eingestiegen waren. Ich stand auf der Warschauer Br\u00fccke, wo dank wunderbarer Baustellen inzwischen nachts um 1 Uhr nicht nur auf dem Gehweg, sondern auch auf der Stra\u00dfe Stau herrscht. 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