{"id":15594,"date":"2014-04-16T19:06:45","date_gmt":"2014-04-16T17:06:45","guid":{"rendered":"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/?p=15594"},"modified":"2014-04-17T04:31:52","modified_gmt":"2014-04-17T02:31:52","slug":"illegale-taxen-uberhaupt-kein-problem","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/2014\/04\/16\/illegale-taxen-uberhaupt-kein-problem\/","title":{"rendered":"Illegale Taxen \u2013 uberhaupt kein Problem!"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Ich kann kaum noch z\u00e4hlen, wie viele Hinweise bei mir inzwischen eingegangen sind bez\u00fcglich der neuen App &#8222;Uber Pop&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich bin immer kritisch gewesen, was die Angebote von Limousinendiensten betroffen hat. Meist aus dem f\u00fcr Kunden nachvollziehbaren Grund, dass die Fahrten mit diesen Anbietern in der Regel teurer waren und damit nur auf dem Papier eine ernste Konkurrenz f\u00fcr uns Taxifahrer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit ist nun Schluss, <a title=\"rbb-online \u2013 Taxifahrer f\u00fcrchten sich vor Smartphone-Chauffeuren\" href=\"http:\/\/www.rbb-online.de\/wirtschaft\/beitrag\/2014\/04\/uber-app-taxi-transport-berlin.html\" target=\"_blank\">denn seit kurzem bietet der Anbieter Uber eine App an<\/a>, die etwas wirklich neues versucht. Mit ihrer Hilfe sollen &#8222;private&#8220; Fahrer Fahrten anbieten k\u00f6nnen, und das nat\u00fcrlich \u2013 weil sie nicht wie wir Taxifahrer zum \u00f6ffentlichen Nahverkehr geh\u00f6ren \u2013 zu anderen Preisen, die niedriger sein sollen als unsere Tarife. Das klingt erstmal nach einer super Sache f\u00fcr alle Kunden. Taxifahren ist teuer, insofern ist ein niederpreisigeres Angebot doch gut. Oder?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So einfach ist das leider nicht. So wie ich das sehe, ist es vor allem auch illegal. <a title=\"golem.de \u2013 Privater Taxidienst Uberpop verboten\" href=\"http:\/\/www.golem.de\/news\/startup-uber-privater-taxidienst-uberpop-verboten-1404-105922.html\" target=\"_blank\">In Br\u00fcssel ist das Angebot bereits verboten worden<\/a> und auch hier laufen die Taxiverb\u00e4nde Sturm. Das zwar vor allem aus eigenen Interessen, aber das Modell von Uber hat wirklich ein gesetzliches Problem:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a title=\"gesetze-im-internet.de \u2013 PbefG \u00a7 1\" href=\"http:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/pbefg\/__1.html\" target=\"_blank\">\u00a71 des PbefG<\/a> definiert den Personenbef\u00f6rderungsgesetz-Geltungsbereich f\u00fcr Fahrten wie folgt:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;Den Vorschriften dieses Gesetzes unterliegt die entgeltliche oder gesch\u00e4ftsm\u00e4\u00dfige Bef\u00f6rderung von Personen mit Stra\u00dfenbahnen, mit Oberleitungsomnibussen (Obussen) und mit Kraftfahrzeugen. Als Entgelt sind auch wirtschaftliche Vorteile anzusehen, die mittelbar f\u00fcr die Wirtschaftlichkeit einer auf diese Weise gef\u00f6rderten Erwerbst\u00e4tigkeit erstrebt werden.&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und wer Zweifel hat, darf in <a title=\"gesetze-im-internet.de \u2013 PbefG \u00a7 46\" href=\"http:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/pbefg\/__46.html\" target=\"_blank\">\u00a746<\/a> \u00fcber Formen des Gelegenheitsverkehrs lesen:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;Als Formen des Gelegenheitsverkehrs <strong>sind nur zul\u00e4ssig<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>1. <\/em><em>Verkehr mit Taxen (\u00a7 47)<br \/>\n<\/em><em>2. Ausfugsfahrten und Fernziel-Reisen (\u00a7 48)<br \/>\n<\/em><em>3. Verkehr mit Mietomnibussen und Mietwagen (\u00a7 49)&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alles andere erlaubte ist Linienverkehr und damit definitiv nicht das, was Uber macht. Und das Gesetz stellt Anspr\u00fcche an Taxen und Mietwagen, sowie deren Fahrer. Die von mir gerne erw\u00e4hnten zwei T\u00fcren auf der rechten Seite m\u00f6gen die meisten Autos vielleicht noch erf\u00fcllen, aber die von der BOKraft verlangte Alarmanlage wird sich wohl keiner der neuen Chauffeure einbauen lassen, wenn sie nicht einmal eine Konzession beantragen. Au\u00dferdem m\u00fcssen Fahrer von Taxen und Mietwagen selbstverst\u00e4ndlich einen P-Schein machen. Und wer eine Konzession hat und\/oder einen P-Schein, der kann auch gleich regul\u00e4r Taxi oder Mietwagen fahren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Versteht mich nicht falsch: Mir liegt nichts an einer rein ehrenhalber vorgenommenen Verteidigung des Taxigewerbes. Ich mag das Gewerbe als beteiligter Arbeitnehmer nat\u00fcrlich, aber Kundenfreundlichkeit ist mir mindestens genauso wichtig. Uber macht das schon clever und setzt noch st\u00e4rker wie z.B. MyTaxi auf Bewertungen von Kunden und Fahrern. Allerdings frage ich mich:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn es im Taxigewerbe trotz Regulierungen und Beschr\u00e4nkungen angeblich nicht so super l\u00e4uft: Wie wahrscheinlich ist es wohl, dass das mit wesentlich weniger Einschr\u00e4nkungen f\u00fcr noch weniger Geld funktioniert? Und auf wessen Kosten? Ich hab&#8217;s schon oft geschrieben: Taxifahren ist nicht so lukrativ, wie viele sich das vorstellen. Wenn das nicht schnell gerichtlich gekippt wird, werden sich einige mit der Uber-App auf die Stra\u00dfe schmei\u00dfen, vermeintlich lukrativ schwarz &#8222;dick&#8220; Kohle machen und sp\u00e4testens wenn das Auto hin\u00fcber ist merken, dass sie sich irgendwie verrechnet haben. Uber <a title=\"berliner-zeitung.de \u2013 Privatpersonen als Taxifahrer\" href=\"http:\/\/www.berliner-zeitung.de\/wirtschaft\/privatpersonen-als-taxifahrer-mit-app--uber-pop--us-app-sprengt-berliner-taxibranche-,10808230,26844580.html\" target=\"_blank\">nimmt wohl 20% Vermittlungsgeb\u00fchr<\/a> und die Preise sollen trotzdem 20% unter denen von Taxen liegen. Das ist auf Dauer f\u00fcr niemanden rentabel, au\u00dfer f\u00fcr Uber.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich finde die Vorstellung ja noch nett, dass sich jemand im Ruhestand durch 2 Fahrten t\u00e4glich ein bisschen Kohle dazu verdient. Aber um erfolgreich zu sein, br\u00e4uchte die App viele Fahrer, die das regelm\u00e4\u00dfig machen. Und da finde ich es keine sehr erbauliche Vorstellung, dass das alles Leute ohne nachgewiesene Ortskunde, ohne nachgewiesene gesundheitliche Eignung, ohne gekl\u00e4rte gesetzliche Rahmenbedingungen zu einem Hungerlohn sein werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Uber stellt das Ganze zwar mehr oder weniger wie die knuffige Form einer Mitfahrzentrale dar, aber im Gegensatz zu den Fahrten bei einer solchen (Ich wei\u00df, auch da gibt es dunkelgraue Bereiche) zielt der US-Anbieter nicht darauf ab, \u00fcbersch\u00fcssigen Platz unter Freunden oder Bed\u00fcrftigen zu teilen, sondern professionelle Personenbef\u00f6rderung anzubieten. Nur versuchen sie dabei, auf professionelle Kr\u00e4fte zu verzichten. Und das meine ich nicht der Ausbildung wegen. Uber stellt die Fahrer nicht an, ein Gewerbe m\u00fcssen sie aber auch nicht anmelden. So sch\u00f6n das Angebot f\u00fcr Kunden klingen mag: Das ist nichts weiter als organisierte Schwarzarbeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neue Ideen im Bef\u00f6rderungsgewerbe sehe ich mir immer gerne an. Selbst wenn es uns Taxifahrern Kunden abwirbt. Denn dann hat das Angebot offenbar seine Qualit\u00e4ten. Das kann ich bei Uber nicht erkennen. Sie m\u00f6gen bessere Preise als Taxen anbieten, ok. Legal kriegen sie das offenbar nicht hin (Ihr Limousinendienst in Berlin ist wohl eher m\u00e4\u00dfig erfolgreich), also dr\u00fccken sie sich jetzt ohne R\u00fccksicht auf Verluste in den Markt. F\u00fcr sie ist das leicht verdientes Geld, sie tragen dabei kaum ein Risiko. Sie stellen keine Leute ein, kaufen keine Autos. Sie m\u00fcssen die App am Laufen halten, das ist aber auch schon alles. Am Ende wird das auf dem R\u00fccken der Fahrer ausgetragen. Die haben meiner Ansicht nach ebenso wie die Kunden keinerlei Rechtssicherheit bei der Abwicklung ihres Gesch\u00e4ftes. Nebenbei wird der Staat um Steuereinnahmen gebracht und die Taxifahrer um Auftr\u00e4ge.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So einen dreisten Schei\u00df hab ich schon lange nicht mehr erlebt. Ich hoffe, die deutschen Richter folgen ihren belgischen Kollegen. Da stimme ich ausnahmsweise mal zu 100% mit unseren Gewerbevertretungen \u00fcberein: Das geht \u00fcberhaupt nicht, was Uber da abzieht!<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/468a5e9007ca4b989ac118a7ac18f282\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich kann kaum noch z\u00e4hlen, wie viele Hinweise bei mir inzwischen eingegangen sind bez\u00fcglich der neuen App &#8222;Uber Pop&#8220;. Ich bin immer kritisch gewesen, was die Angebote von Limousinendiensten betroffen hat. 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