{"id":14542,"date":"2013-10-07T07:34:07","date_gmt":"2013-10-07T05:34:07","guid":{"rendered":"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/?p=14542"},"modified":"2013-10-07T02:19:46","modified_gmt":"2013-10-07T00:19:46","slug":"unfall-panik","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/2013\/10\/07\/unfall-panik\/","title":{"rendered":"Unfall! Panik!"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Und nochmal zum Mitschreiben: PANIK!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unf\u00e4lle sind eine Schei\u00df-Geschichte. Immer wieder. Das Dumme an ihnen ist: Sie passieren. Nicht jedem, nicht dauernd, aber eben doch ausreichend oft, um irgendwann eingestehen zu m\u00fcssen, sie geh\u00f6ren zum Verkehr dazu. Das soll nicht fatalistisch klingen, man sollte immer das M\u00f6glichste tun um jeden einzelnen Unfall zu vermeiden. Aber es ist auch nicht so, dass man blo\u00df aus der Tatsache, dass zwei Verkehrsteilnehmer mal wortw\u00f6rtlich aneinandergeraten, zum Drama aufspielen sollte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber sag das mal jemand meinem Herz!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei <a title=\"Sash bei Twitter\" href=\"http:\/\/twitter.com\/#!\/sashbeinacht\" target=\"_blank\">Twitter<\/a> wurde mir die Frage gleich gestellt: <a title=\"Tweet von @Andrea0966\" href=\"https:\/\/twitter.com\/Andrea0966\/status\/386590780703248386\" target=\"_blank\">Ob das bei mir auch noch so einen Adrenalinsto\u00df verursachen w\u00fcrde<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Na holy fucking shit! Aber ja doch! Ich fahre zwar viel durch die Gegend, aber meine Liste an Unf\u00e4llen ist immer noch ziemlich klein. In erster Linie sind das Parkrempler gewesen. Noch in Stuttgart. Aber selbst wenn mal keine Menschenleben in Gefahr sind: Bei Unf\u00e4llen geht es immer um Geldbetr\u00e4ge, die im Gegensatz zu meinem Einkommen horrend erscheinen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und jetzt am Samstag? Da ging es nicht ums Geld. Nicht den Bruchteil einer Sekunde lang. Sondern \u2013 ein wenig dramatisch \u00fcberh\u00f6ht \u2013 tats\u00e4chlich um Menschenleben. Genauer gesagt um das eines Fahrradfahrers. Ich selbst war gerade mit einem m\u00fcden aber gl\u00fccklichen Kunden losgefahren, um eine un\u00fcbertreffliche 5,20\u20ac-Tour anzutreten. Was f\u00fcr ein Irrwitz, dass ausgerechnet so eine Tour mal kritisch wird!<br \/>\nBeim Abbiegen von Am Ostbahnhof in die Andreasstra\u00dfe hab ich einen Radler \u00fcbersehen. Ich hab keine Ahnung, wie. Er war als geradezu musterg\u00fcltige Ausnahme sogar beleuchtet. R\u00fcckblickend betrachtet war er wohl im Moment meines zu sp\u00e4rlichen Blickens hinter der A-S\u00e4ule verborgen, danach habe ich mich sogar zu meinem Fahrgast umgedreht. Der schrie pl\u00f6tzlich wie am Spie\u00df:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;ACHTUNG!!!&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei aller Gew\u00f6hnung an teils hypernerv\u00f6se Beifahrer hab ich meinen Blick auf die Stra\u00dfe geschmissen und umgehend die Bremse durchgetreten. Ich bin in vielem nur Mittelma\u00df oder gar schlecht, im Reagieren war ich bislang immer gut genug. Ich sah den Radfahrer quasi direkt an meinem linken vorderen Kotfl\u00fcgel das erste Mal. W\u00e4hrend ich noch das Steuer herumriss, stie\u00df ich ihn seitlich von hinten an, wodurch er bedrohlich ins Schlingern gerieht. Das Auto stand nach anderthalb Sekunden, das Fahrrad vielleicht nach dreien. Holy fucking Shit!<br \/>\nDer Radfahrer kehrte augenblicklich um und fuhr, sich drohend aufblasend, auf mich zu. Ich lie\u00df das Seitenfenster gleich runter und versuchte, mit meiner Gestik so deeskalierend wie m\u00f6glich zu wirken f\u00fcr einen Irren, der gerade ein Leben riskiert hatte, indem er eine anderthalb Tonnen schwere Blechkiste gegen einen schm\u00e4chtigen Radler eingesetzt hatte. Nicht lange danach blickte durch das Beifahrerfensters das Gesicht eines jungen Mannes herein, dunkle Hautfarbe, den Schreck ebenfalls noch im Gesicht stehen habend. In m\u00e4\u00dfigem Deutsch fragte er:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;Was ist? Du mich nicht gesehen hast?&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;Nein. Ganz ehrlich: nein! Tut mir wirklich leid, mein Fehler. Ist irgendwas passiert?&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine einfache und im Grunde unzureichende Entschuldigung. Meinen Fehler in Worte zu fassen war schlicht nicht besser m\u00f6glich. Aber ich traf dieses Mal gl\u00fccklicherweise auf einen verst\u00e4ndigen Menschen. W\u00e4hrend ich sp\u00fcrte, wie mir das Herz bis zum Hals oder dar\u00fcber hinaus schlug, wurde der junge Mann lockerer. Der erste Stress war verflogen und wir haben gl\u00fccklicherweise beide die Meinung geteilt, dass das mit dem Verkehr hier kein Krieg ist. Schei\u00dfe ja, Fehler passieren. Auch mir. Ihm sicher auch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mein Unfall-&#8222;Gegner&#8220; nahm meinen wirklich aufrichtig gemeinten Handschlag zur Entschuldigung an und seufzte erleichtert:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;Alta, is&#8216; meine letzte Tag bei die Urlaub. Jetzt so gl\u00fccklich ich feiern Geburtstag nochmal!&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;Is&#8216; ok. Feier f\u00fcr mich mit! Gott sei Dank ist Dir nix passiert!&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrenddessen fiel uns mein Fahrgast dauernd ins Wort, weil er unglaublich stolz darauf war, dem jungen Mann das Leben gerettet zu haben. Wir wollen da \u00fcber Details nicht streiten, schlie\u00dflich hat er wirklich geholfen, auch wenn das alles bei sehr niedrigen Geschwindigkeiten passiert ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Ende war mit dem kurzen Stopp alles gekl\u00e4rt. Weder Fahrrad noch Auto hatten Macken. Ich hatte ihn ja direkt am Bein erwischt. Insofern hab ich da die Polizei aus dem Spiel gelassen, obwohl das bei Unf\u00e4llen mit Firmenwagen nat\u00fcrlich eigentlich unerl\u00e4sslich w\u00e4re. Ich war umgehend sehr froh, dass die restliche Tour kaum noch einen Kilometer lang war. Nicht wegen meines Fahrgastes. Der gab immerhin sogar Trinkgeld, was in Anbetracht des Fahrtverlaufes schon beachtlich war. Nein, ich brauchte die abermalige Pause an der Halte! Ja, ich hatte sogar \u00fcberlegt, heimzufahren. Denn auch wenn Unf\u00e4lle nunmal vorkommen: Ich bin danach erst einmal eine Weile am Zittern, ganz ehrlich. Ich hab&#8217;s sonst nicht so mit Aufregung und Action, so ist es nunmal.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">PS: Ich w\u00fcrde den Eintrag eigentlich gerne so stehen lassen. Ohne erhobenen Zeigefinger oder dergleichen. Kann ich aber nicht. Sicher: Die Geschichte jetzt war Pillepalle. Trotzdem: Wir alle machen Fehler. Zum einen muss ich nat\u00fcrlich zerknirscht zugeben, dass ich trotz meiner doch recht umfangreichen Fahrerfahrung dieses Mal zu nachl\u00e4ssig war. Und es w\u00fcrde mich freuen, wenn der oder die ein oder andere auch nochmal dar\u00fcber nachdenkt, wie er\/sie im Verkehr agiert. Zum anderen: &#8222;Die da&#8220;, ob jetzt Rad-, Auto- oder LKW-Fahrer, sind nicht in erster Linie Feinde! Und wenn mal was passiert zwischen Euch, dann denkt bitte ehrlich dar\u00fcber nach, inwiefern Ihr selbst auch einen Teil zum Geschehen beigetragen habt. Versucht wenigstens, ehrlich zu sein. Und wenn es nur Euch selbst gegen\u00fcber ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich jedenfalls werde in den n\u00e4chsten Monaten (und hoffenrlich auf Dauer) wieder noch mehr Aufmerksamkeit auf Radwege in entsprechender Umgebung legen. Und ich bin froh, dass ich das jetzt nicht mache, weil es Tote gab. Dann ist es n\u00e4mlich zu sp\u00e4t.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(Und teilt das ruhig, ich kann kleine Shitstorms aushalten. \ud83d\ude09 )<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/2b46698223c54bd58664c354e21a8c75\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Und nochmal zum Mitschreiben: PANIK! Unf\u00e4lle sind eine Schei\u00df-Geschichte. Immer wieder. 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