{"id":13908,"date":"2013-07-02T08:04:13","date_gmt":"2013-07-02T06:04:13","guid":{"rendered":"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/?p=13908"},"modified":"2013-06-30T05:42:45","modified_gmt":"2013-06-30T03:42:45","slug":"die-ruhe-weg","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/2013\/07\/02\/die-ruhe-weg\/","title":{"rendered":"Die Ruhe weg \u2026"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Der ein oder andere hat sich vielleicht nach <a title=\"GNIT \u2013 &quot;Danke!&quot;\" href=\"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/2013\/07\/01\/danke-2\/\" target=\"_blank\">dem gestrigen Eintrag<\/a> gefragt, ob es k\u00fcnftig \u00fcberhaupt noch Kotzgeschichten auf GNIT gibt, wenn ich der Ablehnung von Betrunkenen zustimme.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Na klar! \ud83d\ude00<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;Mann Mann, Du hast ja echt die Ruhe weg!&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;Hey, mein Job ist es, die Leute heimzubringen. Und so lange ich und das Auto das \u00fcberleben, versuche ich, meinen Job gut zu machen!&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der junge Mann, der sich noch mehrmals bei mir entschuldigen sollte, musste in diesem Moment wieder zu seinem Kumpel eilen, da der gerade erneut auf den Gehweg kotzte. Kurz darauf kam Jenny \u00fcber die Stra\u00dfe gewetzt, eine frische T\u00fcte hochhaltend. Dabei verlor sie fast ihre Hose, was sie mir schnell mit einem kaputten Rei\u00dfverschluss erkl\u00e4rte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was war geschehen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Matze und Jenny, offenbar ein P\u00e4rchen (&#8222;Wir ficken nicht, bei uns hei\u00dft das anders!&#8220;), haben im Club den armen Stefan gefunden, der sich nun die Seele aus dem Leib kotzte. Sie kannten ihn gut, er war allerdings unabh\u00e4ngig von ihnen dort. Er war mit ein paar Kumpels einen heben und wurde von eben jenen auch einfach liegengelassen, als er sich das ber\u00fchmte Glas zu viel eingeschenkt hatte. Er lag im Eck, war nicht mehr wirklich feiertauglich, also was soll&#8217;s? The Show must go on, nicht wahr?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gl\u00fccklicherweise hatte er mit Jenny und Matze aber ein paar wirkliche Freunde. Die haben ihn n\u00e4mlich aufgelesen und beschlossen, ihn heimzubringen. An Laufen war freilich nicht zu denken, seine Wohnung lag immerhin rund zwei Kilometer entfernt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als ich an der Kulturbrauerei vorfuhr, war kein Kollege in Sicht. Jenny bemerkte mich als erstes und rannte auf mich zu, einen sorgenvollen Blick im Gesicht:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;Wir, \u00e4hm, also mein Freund ist schon ziemlich betrunken \u2026 aber der packt das!&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Na sicher! -.-<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;Ich glaub Dir gerne, aber zur Sicherheit kommt er hier an die T\u00fcr. Da ist keine Kindersicherung drin, falls es also doch nicht reichen sollte \u2026&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Stefan wurde artgerecht im Taxi plaziert und gab sogar erste Anweisungen zur Wegfindung. War nur eine kleine Stra\u00dfe, und dank nicht ganz klarer Schreibweise tat ich mich zun\u00e4chst trotz Navi schwer.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;Im Notfall ham&#8216; wir auch &#8217;ne T\u00fcte!&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">meinte Matze noch. Bis zu deren Einsatz waren es etwa hundert Meter Wegstrecke. Am Ende standen wir genau auf der anderen Stra\u00dfenseite, da wir zuvor wenden mussten. Nachdem Stefan die von Matze gehaltene T\u00fcte unter Zuhilfenahme der bestm\u00f6glichen Kotzger\u00e4usche zu einem Teil zu f\u00fcllen, erbat er sich dann doch einen Stopp und reiherte vor dem Auto hemmungslos alles voll, was ihm in die Quere kam. Immerhin waren keine Menschen dabei.<br \/>\nDen beiden Begleitern war das sichtlich unangenehm, aber ich wollte sie wirklich nicht noch weiter runterbringen. Ich mag Leute, die ihre eigene Party abbrechen, um einen angeschlagenen Freund sicher ins Bett zu bringen. Sicher war es Stefans Schuld, aber wieso h\u00e4tte ich bei zwei so engagierten Helfern noch das Arschloch raush\u00e4ngen lassen sollen?<br \/>\nMir und meinem Auto ging es gut, und w\u00e4hrend Stefan noch kotzte, ist Jenny bereits ein zweites Mal zum D\u00f6nerladen geflitzt, um eine neue Notfallt\u00fcte zu holen. Stress lag mir wirklich fern, zumal die Uhr nat\u00fcrlich mitlief, w\u00e4hrend wir da standen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Ende war es wie so oft keine gro\u00dfe Sache. Die Fahrt hat mit Anhalten und einer Reihe kleinerer Umwege dank mir unbekannter Baustellen nicht einmal zehn Euro gebracht. Und das ist ok, ich hatte immerhin eine bezahlte Kippenpause zwischendrin. So lange es au\u00dferhalb des Autos passiert, ist mir doch eigentlich egal, ob ein Fahrgast kotzt oder Sehensw\u00fcrdigkeiten fotografiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Endlich vor der Haust\u00fcre angekommen \u2013 Stefan hat ab da <del>Wort<\/del> dicht gehalten und nicht nochmal kotzen m\u00fcssen \u2013 stand die Uhr bei 9,20 \u20ac.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><em>&#8222;Machste auf jeden Fall zehn, quatsch: elf. Ach, mach zw\u00f6lf, Hauptsache wir sind da!&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">meinte Jenny.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sicher, man k\u00f6nnte ein Schmerzensgeld h\u00f6her ansetzen. Aber mein Magen ist da sowas von schmerzresistent, das glaubt ihr gar nicht. Und das viele Lob f\u00fcr meine Besonnenheit hab ich ja auch noch obenauf gekriegt. Ja, manchmal braucht es halt doch mehr als <a title=\"GNIT \u2013 Der Netteste\" href=\"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/2013\/06\/29\/der-netteste\/\" target=\"_blank\">einen Satz<\/a>, um zum &#8222;nettesten Taxifahrer&#8220; zu werden \u2013 aber das ist ok. Au\u00dferdem hatten meine Passagiere schon sehr lange nicht mehr &#8222;Ein Hoch auf unsern Taxifahrer&#8220; gesungen, das musste wohl auch mal wieder sein. \ud83d\ude42<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Stefan wird&#8217;s inzwischen wieder gut gehen. Seine beiden Freunde haben sogar versprochen daf\u00fcr zu sorgen, dass er noch ordentlich Wasser trinkt, wenn er daheim ist.<br \/>\nWenn man schon feiert, <a title=\"GNIT \u2013 Feiern bis man alt wird\" href=\"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/2013\/06\/26\/feiern-bis-man-alt-wird\/\" target=\"_blank\">so lange man noch jung ist<\/a>, sollte man Freunde haben, die einen heimbringen \u2013 nicht nur welche, die einen beim Saufen anfeuern \u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und einen Taxifahrer, der die Ruhe weg hat, klar. \ud83d\ude00<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/a4047980bb25481986c05573bdceee35\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der ein oder andere hat sich vielleicht nach dem gestrigen Eintrag gefragt, ob es k\u00fcnftig \u00fcberhaupt noch Kotzgeschichten auf GNIT gibt, wenn ich der Ablehnung von Betrunkenen zustimme. Na klar! \ud83d\ude00 &#8222;Mann Mann, Du hast ja echt die Ruhe weg!&#8220; &#8222;Hey, mein Job ist es, die Leute heimzubringen. 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