{"id":13841,"date":"2013-06-24T14:00:06","date_gmt":"2013-06-24T12:00:06","guid":{"rendered":"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/?p=13841"},"modified":"2013-06-23T06:49:41","modified_gmt":"2013-06-23T04:49:41","slug":"geduldprobe-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/2013\/06\/24\/geduldprobe-2\/","title":{"rendered":"Geduldprobe (2)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Ich hab meinen Unmut nicht verheimlicht. Auf der anderen Seite: Was tun?<br \/>\nAls ich in Betracht gezogen habe, in Richtung Ostbahnhof zur\u00fcckzugurken, ist mir eingefallen, dass es ja vielleicht auch m\u00f6glich w\u00e4re, von besagten &#8222;Kollege&#8220; doch noch mein Geld zu bekommen. Um die sieben Euro Minus hatte ich schon, wie viel schlimmer sollte es werden?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erinnert mich k\u00fcnftig daran, immer vom Schlimmsten auszugehen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich hab ihn wirklich kurz zum Puff laufen lassen, wie erwartet ist er dort abgeblitzt. Wahrscheinlich nicht nur seines Suffpegels wegen, sondern weil er unbeholfen mit weiteren Kollegen gedroht hat. Das alles war also erfolglos und ich sa\u00df daraufhin im Auto mit einem meiner Sprache kaum m\u00e4chtigen Mann in meinem Alter, der zwar v\u00f6geln wollte, aber nicht einmal mehr Geld f\u00fcr die bislang aufgelaufenen Taxikosten hatte. Seine Idee, es bei einem anderen Bordell zu versuchen, hab ich \u2013 dezent angepisst \u2013 unterbunden, indem ich ihm klargemacht habe, dass er einfach zu besoffen sei, um irgendwo reingelassen zu werden. So b\u00f6se das klingen mag, netter war ich selten zu jemandem. Dieser Wahrheit musste er mal ins Auge sehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unerwartet (wie so oft bei Besoffenen) hat er das dann eingesehen und wollte zu seinen &#8222;Kollege&#8220;, damit er mich bezahlen kann. Na endlich! Der Weg war ja nicht weit, und f\u00fcr mein Stresslevel war der Fahrpreis von knapp 12 \u20ac auch weit zu niedrig. Aber gut, es gibt sowas ja immer mal wieder \u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Kollege&#8220; zu finden jedoch \u2026 schei\u00df die Wand an, kann sowas schwierig sein!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Hausnummer konnte er mir nicht sagen. Auf seine Weisung bog ich rechts in die Stra\u00dfe der Pariser Kommune ab. Am Ende dann hie\u00df es, es w\u00e4re wohl doch die andere Richtung. Dann kam pl\u00f6tzlich Nummer 20 ins Spiel. Als wir die erreicht hatten, meinte er, es sei eher bei Netto. Dort auf dem Parkplatz war er eher unzufrieden, also fuhr ich ans Haus nebenan, was ihm so sehr behagte, dass er nach dem Aussteigen erst einmal unglaubliche anderthalb Minuten ohne Drucknachlass an eine Hecke pinkelte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Uhr stand bei 13,60 \u20ac und ich hab ihm best\u00e4tigt, dass mir 12 \u20ac fehlen w\u00fcrden. Dem &#8222;Kollege&#8220;, der offenbar Deutsch k\u00f6nnte, h\u00e4tte ich meinetwegen gerne erkl\u00e4rt, dass ich abz\u00fcglich der 2,50 \u20ac von vorhin auch mit 11,10 \u20ac zufrieden sein w\u00fcrde. Ab da jedoch beschloss ich, mir notfalls ein Trinkgeld zusammenzul\u00fcgen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn der Hauseingang, vor dem ich nun im Parkverbot stand, war nat\u00fcrlich der falsche. Es sei ja Nummer 20 beteuerte er. Nach einem Block Fu\u00dfweg sollte es die 25 sein, danach behauptete er nur noch, mal zu gucken, wo das jetzt w\u00e4re. Tats\u00e4chlich schleifte er mich aber nur zu einem Hintereingang der 20 mit und \u00f6ffnete dort die unverschlossene Haust\u00fcre. Er hatte zwar zun\u00e4chst wohl eher vorgehabt, alleine hochzugehen, aber den Ausgang dieses Versuchs konnte ich mir bildlich vorstellen: Er klingelt bei &#8222;Kollege&#8220;, brabbelt irgendwas von Geld, f\u00e4llt ins Bett und pennt bis zum n\u00e4chsten Morgen. Und ich w\u00e4re dagestanden und h\u00e4tte dumm aus der W\u00e4sche geguckt. Also bin ich mit rein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach ein paar Treppen standen wir vor einer T\u00fcr und mein Fahrgast l\u00e4chelte siegessicher.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;Kolleg Deutsch gut. Geben machen zew\u00f6f Kilometer.&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den Unterschied zwischen Kilometer und Euro hatte er l\u00e4ngst vergessen. Eine Entlohnung f\u00fcr 12 Kilometer (knapp \u00fcber 20 \u20ac) schienen mir in dem Moment auch angemessen zu sein. Aber was f\u00fcr Tr\u00e4umereien ich wieder hatte! Es hat niemand aufgemacht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einen Moment lang musste ich an <a title=\"GNIT \u2013 Baecker, Hans (1)\" href=\"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/2012\/09\/17\/baecker-hans-1\/\" target=\"_blank\">Hans Baecker<\/a> (ff) denken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fortsetzung \u2026 ist schon drau\u00dfen, versprochen! \ud83d\ude42<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"http:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/f33d200c8e8b44dab442bed721f118e5\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich hab meinen Unmut nicht verheimlicht. Auf der anderen Seite: Was tun? 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