{"id":13102,"date":"2013-02-16T07:00:37","date_gmt":"2013-02-16T05:00:37","guid":{"rendered":"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/?p=13102"},"modified":"2013-02-16T05:48:30","modified_gmt":"2013-02-16T03:48:30","slug":"the-one-der-eine","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/2013\/02\/16\/the-one-der-eine\/","title":{"rendered":"The one \u2013 der Eine"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt schon Gr\u00fcnde, die Menschheit f\u00fcr nicht ganz verloren zu halten. Die Mehrheit tut oftmals nicht wirklich etwas daf\u00fcr, aber in den meisten Gruppen, Staaten, V\u00f6lkern etc. tauchen sie dann doch auf: die &#8222;Einen&#8220;. Ich mag den englischen Begriff &#8222;The one&#8220; ganz gerne, weil da im Subtext ein wenig &#8222;der Auserw\u00e4hlte&#8220; mitschwingt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bezug zum Taxi? Hier isser:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gruppen von jugendlichen Fahrg\u00e4sten sind mitunter schwierig. Das hat viele Gr\u00fcnde, einige davon sind hormoneller Natur. Desweiteren gerate ja auch ich gerade mit 31 Jahren in eine Grenzregion, in der das eine Generationenfrage werden k\u00f6nnte. Aber in jeder dummen Gruppe befindet sich ein eher cleverer Mensch (sowie sich in ertr\u00e4glichen Gruppen auch meist ein D\u00e4mlack befindet. <a title=\"GNIT \u2013 Godzilla (Warnung: Text enth\u00e4lt Geschlechtsorgane!)\" href=\"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/2011\/05\/29\/godzilla\/\" target=\"_blank\">Siehe hier!<\/a>). Und das hilft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich hatte am Ostbahnhof bereits eine halbe Stunde Wartezeit absolviert, die Soziologiestudenten unter den Fahrern k\u00f6nnen das sicher aus dem Kopf in Wartesemester umrechnen. Es kam \u2013 wenig \u00fcberraschend an einem Wochenende \u2013 eine Truppe junger Leute an und sie wollten nach Tegel. Eine sch\u00f6ne Tour, da sind 25 \u20ac Umsatz quasi garantiert. Also von meinem, v\u00f6llig uncoolen, weil in Gesetze gegossenen Standpunkt. Folglich hatte ich sofort die Diskussion an der Backe, ob ich das nicht auch f\u00fcr zwanzig machen k\u00f6nne.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In einem Anflug h\u00f6chster Eloquenz mit der R\u00fcckbesinnung auf vier Jahre Nachtschicht und unter Einbeziehung ihres potenziellen Bildungsstandes \u00e4u\u00dferte ich aufs Wesentliche reduziert:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;N\u00f6.&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was folgt, k\u00f6nnen sich viele Nachtschichtkollegen ausmalen: Entt\u00e4uschung, Wut, kindische Arroganz \u2026<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;Dann neh&#8217;m wa halt&#8217;n n\u00e4chsten!&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gl\u00fccklicherweise war der Taxistand mit wenigen Wagen belegt, noch dazu mit Kollegen, die auch nicht so recht ein Interesse daran hatten, ihren Lohn nun zu senken, nur weil ein paar Typen vorlaut waren, weil sie sich einen Cocktail zu viel geleistet hatten. Aber auch in dieser Truppe gab es &#8222;den Einen&#8220;, den vern\u00fcnftigen. Er kam nochmal zu meinem Taxi und entschuldigte sich f\u00fcr seine Vorredner. Er bewies eine gewisse soziale Kompetenz und war mir sympathisch. Unsere Verhandlung war kurz und unb\u00fcrokratisch. Am Ende stiegen die Typen ein und ich karrte sie nach Tegel. Jeden zu seiner Stra\u00dfe, zu seiner Hausnummer. Der &#8222;Chef&#8220; gab mir am Ende mit glasigen Augen einen Zwanziger und torkelte ins Freie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Taxameter zeigte 27,80 \u20ac an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">H\u00e4?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nein, das war in Ordnung. Ich hatte dem einzigen Vern\u00fcnftigen vor der Fahrt bereits gesagt, wie viel es in etwa kosten w\u00fcrde. Da ich in Anbetracht der verschiedenen Adressen f\u00fcr 30 \u20ac meine Hand nicht ins Feuer legen konnte, hatten wir 32 ausgemacht und ich hatte die 12 \u20ac bereits in der Tasche, als der im Laufe der Fahrt \u00fcberaus wortkarge &#8222;Chef&#8220; mich bezahlte. Das Taxameter lief angeblich nur mit, weil die Kilometer protokolliert w\u00fcrden und mein Lieblingsfahrgast hatte mir zwei Dinge versprochen:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\">1. dass sich ohnehin keiner der anderen an die Fahrt und die Preisverhandlungen erinnern w\u00fcrde und<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\">2. dass er ihnen beizeiten mal erz\u00e4hlen w\u00fcrde, was sie wirklich gezahlt h\u00e4tten, sollte ersteres nicht zutreffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja, manchmal hilft Cheaten im Leben durchaus. Aber man muss an den richtigen Gesch\u00e4ftspartner geraten, &#8222;den Einen&#8220; eben. \ud83d\ude09<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg03.met.vgwort.de\/na\/5cc8ce35048149bba2fc019e43236432\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt schon Gr\u00fcnde, die Menschheit f\u00fcr nicht ganz verloren zu halten. Die Mehrheit tut oftmals nicht wirklich etwas daf\u00fcr, aber in den meisten Gruppen, Staaten, V\u00f6lkern etc. tauchen sie dann doch auf: die &#8222;Einen&#8220;. Ich mag den englischen Begriff &#8222;The one&#8220; ganz gerne, weil da im Subtext ein wenig &#8222;der Auserw\u00e4hlte&#8220; mitschwingt. 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