{"id":12613,"date":"2012-12-17T08:08:28","date_gmt":"2012-12-17T06:08:28","guid":{"rendered":"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/?p=12613"},"modified":"2012-12-16T08:04:31","modified_gmt":"2012-12-16T06:04:31","slug":"ein-jahr-im-taxi-5","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/2012\/12\/17\/ein-jahr-im-taxi-5\/","title":{"rendered":"Ein Jahr im Taxi (5)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das Fahrtende, eine Stra\u00dfensperre und das andere Rechts:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dank vorsichtiger Fahrweise, allerlei Unterbrechungen und nicht zuletzt des riesigen Umwegs wegen landeten wir vor dem Bahnhof Karlshorst erst rund eine halbe Stunde nach Fahrtbeginn und immerhin mit satten 24 \u20ac auf der Uhr. Letzteres bereitete mir keine gro\u00dfen Sorgen, ich wusste ja, dass er einen Fuffi bei sich trug. Im Gegensatz zum Handy (mit dem er immer noch &#8222;telefonierte&#8220;) hat er ihn auch nie fallenlassen. Er z\u00fcckte ihn auch gleich bei der Preisansage, \u00f6ffnete die T\u00fcre und sprach dann:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><em>&#8222;Ach nee, komm. Wir machen das anders.&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abgesehen davon, dass er das nat\u00fcrlich bei weitem nicht so gekonnt ausgedr\u00fcckt hat wie ich in obigem Satz, str\u00e4ubte sich mir schon beim grunds\u00e4tzlichen Gedanken an eine weiterf\u00fchrende Fahrt alles. Ich war endlich auf dem richtigen Weg gen Heimat, der Typ stand kurz vorm \u00dcbergeben und so langsam wollte mir nicht einmal mehr ein F\u00fcnfer extra irgendwie verlockend erscheinen. Ich hatte auf einen Hunni spekuliert und nun lag der Zeiger auf kurz vor 140 \u20ac, was h\u00e4tte ich mehr erwarten sollen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><em>&#8222;Bring mich mal nach Hause, ist hier gleich ums Eck!&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Also gut. Ich via Navi auf eine kleine Nebenstra\u00dfe gepeilt, rund zwei Kilometer entfernt. Hut ab, dass er den Weg bis vor einer Minute noch zu laufen gedachte. Das Telefonat mit der Freundin war inzwischen auch beendet und ich glaube, keiner von uns dreien wusste, ob das absichtlich passiert ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als ich auf seine Stra\u00dfe zufuhr, kam uns eine Sperrung in die Quere. Ich versuchte sie zun\u00e4chst rechts zu umfahren, was allerdings misslang. Links herum schien es zu klappen, dann aber folgte eine zweite Sperrung und die Umfahrung gestaltete sich schwieriger. Meinte zumindest mein Navi. Das wollte nur die gesperrte Stra\u00dfe nehmen, keine andere. Nun schaltete sich mein neuer Freund ein und versuchte mich, mit seinem Smartphone zu lotsen. Was daran scheiterte, dass es ebenso nur die eine Stra\u00dfe als Zufahrt kannte. Ich war drauf und dran, ihn rauszuschmei\u00dfen, weil sein Ziel zu Fu\u00df in 200 Metern erreicht gewesen w\u00e4re und wir inzwischen locker zwei Kilometer Umweg hin und her durchs Wohngebiet hinter uns hatten. Aber mein Fahrgast war der festen \u00dcberzeugung zu wissen, wie wir ankommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Ende bin ich dann doch durch die eigentlich gesperrte Stra\u00dfe gefahren, mir ist nichts anderes mehr eingefallen. Da standen wir dann an der Kreuzung zum Ziel aller Begierde. Wohin nun? Welche Hausnummer?<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;Rechts!&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;Rechts, sicher?&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich fragte nicht ohne Grund. Zum einen war der Kerl nach wie vor besoffen, zum anderen war das das \u00e4u\u00dferst kurze Endst\u00fcck der Stra\u00dfe und es schienen sich keine Wohnh\u00e4user dort zu befinden.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;Ja ja, einfach rechts!&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;Und dann?&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;Weiter.&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und so standen wir dann vor dem abgeschlossenen Tor eines Industriegel\u00e4ndes. Man g\u00f6nnt sich ja sonst nichts. Also drehen, abermals nachfragen, hin und her man\u00f6vrieren &#8211; und am Ende war nat\u00fcrlich klar, dass er nur &#8222;links&#8220; h\u00e4tte sagen k\u00f6nnen m\u00fcssen. Als wir endlich vor seiner T\u00fcr standen, zeigte die Uhr 29,60 \u20ac an. Die mir hochverdient vorkamen.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;Dange Dange, s&#8216; voll judsdumich herbrachdasd! Mama 30.&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">40 Cent Trinkgeld. Manchmal kommt einem die eigene Hilfe ja fast schon \u00fcberm\u00e4\u00dfig wertgesch\u00e4tzt vor \u2026 \ud83d\ude41<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/6af1101028454e3498dd35aadc4050fd\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Fahrtende, eine Stra\u00dfensperre und das andere Rechts: Dank vorsichtiger Fahrweise, allerlei Unterbrechungen und nicht zuletzt des riesigen Umwegs wegen landeten wir vor dem Bahnhof Karlshorst erst rund eine halbe Stunde nach Fahrtbeginn und immerhin mit satten 24 \u20ac auf der Uhr. 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