{"id":11288,"date":"2012-06-28T12:05:20","date_gmt":"2012-06-28T10:05:20","guid":{"rendered":"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/?p=11288"},"modified":"2012-06-26T12:42:22","modified_gmt":"2012-06-26T10:42:22","slug":"eingeschrankt-geschaftsfahig","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/2012\/06\/28\/eingeschrankt-geschaftsfahig\/","title":{"rendered":"Eingeschr\u00e4nkt gesch\u00e4ftsf\u00e4hig"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Im Falle eines zumindest noch ansatzweise vorhandenen Gewissens wird man gerade als Taxifahrer auf die Probe gestellt: Mache ich den Quatsch jetzt noch mit und verdiene gut daran oder erkl\u00e4re ich dem Kunden, dass er dabei ist, eine Eselei sondersgleichen zu begehen? Und die Kollegen brauchen jetzt auch nicht denken:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;Boah, der Sash wieder!&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nat\u00fcrlich entscheide ich mich auch mal zugunsten meines Geldbeutels. Wenn die Kunden irgendwelche absurden Umwege unbedingt fahren wollen, dann obliegt diese Entscheidung nat\u00fcrlich ihnen. Und mein Geld am Monatsende ist knapp genug, um nicht jeden T\u00f6ffel davor zu bewahren, mir hier und da einen Euro zu schenken. Gerade mit Betrunkenen im Auto muss man sich die Frage aber durchaus mal gefallen lassen, ob das noch vertretbar war. Auch wenn es vielleicht mal nicht die beste Entscheidung im Sinne des Gesch\u00e4fts war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mein Kunde war ein m\u00e4\u00dfig durchgeknallter Ami, der mir am Berghain ins Auto gefallen war. Er kramte ganz altmodisch seine Hotelreservierung heraus, nicht etwa einen selbstverfassten und vor Schreibfehlern strotzenden Eintrag in der Notiz-App seines Smartphones. Sollte eine gute Tour werden, sein Hotel lag in der Lietzenburger Stra\u00dfe. Das sind gute 7 bis 8 Kilometer, deutlich \u00fcber Durchschnitt. Mehr als 15 \u20ac auf jeden Fall.<br \/>\nEr fragte dann gleich nach, ob wir hier irgendwo Zigaretten kaufen k\u00f6nnten. Da konnte ich mit gutem Gewissen meine Stammtanke empfehlen, denn die liegt vom Berghain aus ja ums Eck und auf dem Weg auch noch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann allerdings wollte er das mit der Tanke abblasen, er meinte, die w\u00fcrden seine Marke dort sicher nicht verkaufen. Hat mich in dem Moment auch nicht weiter beeindruckt, eigentlich ist das kein Gespr\u00e4ch, das \u00fcberhaupt seinen Weg in einen Blogeintrag finden m\u00fcsste. Nun aber \u00fcberraschte er mich, denn er erkl\u00e4rte mir, dass wir eigentlich nur der Zigaretten wegen zum Hotel fahren. Er w\u00fcrde danach auch gleich wieder zum Berghain mitkommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hin und zur\u00fcck \u00fcber eine halbe Stunde Wegstrecke und rund 30 \u20ac Kosten f\u00fcr eine Schachtel Zigaretten! Raucher sind Idioten in ihrer Sucht, aber das war doch echt Hirnschwund Kategorie 1. Ich hab ihn nach seiner Marke gefragt, die hat mir allerdings tats\u00e4chlich nichts gesagt. Naja, muss ja nichts hei\u00dfen. Ich hab ihn trotz aller Bedenken (&#8222;I hope, they understand my english&#8220;) zur Tanke gebracht und ihm gesagt, er solle es doch mal versuchen. Bei Kippen sind die recht gut sortiert und dass die mit Amis keine Probleme haben, wu\u00dfte ich auch. Die hatten jahrelang die ganze Kundschaft der Bar 25 dort, die sind einiges gew\u00f6hnt!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und siehe da: Seine Kippen hatten hier in Deutschland zwar einen anderen Namen und eine andere Farbe, aber die Jungs von der Tanke haben ihm dennoch kompetent helfen k\u00f6nnen. Und so sind wir am Ende mit 7,80 \u20ac auf der Uhr wieder am Berghain gelandet, nach rund 10 Minuten. Und er wusste jetzt, wie er hier an seine Kippen kommt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich will nicht ausschlie\u00dfen, dass ich mich mal anders entscheide. Wirklich nicht. Aber das war schon ok so. Auch f\u00fcrs Gesch\u00e4ft. Die n\u00e4chste Fahrt vom Berghain war n\u00e4mlich ziemlich lohnend.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/bacb62b91b804603ab9d801f4475abca\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Falle eines zumindest noch ansatzweise vorhandenen Gewissens wird man gerade als Taxifahrer auf die Probe gestellt: Mache ich den Quatsch jetzt noch mit und verdiene gut daran oder erkl\u00e4re ich dem Kunden, dass er dabei ist, eine Eselei sondersgleichen zu begehen? 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