{"id":11256,"date":"2012-06-22T08:21:20","date_gmt":"2012-06-22T06:21:20","guid":{"rendered":"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/?p=11256"},"modified":"2012-06-22T16:03:17","modified_gmt":"2012-06-22T14:03:17","slug":"irre-iren","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/2012\/06\/22\/irre-iren\/","title":{"rendered":"Irre Iren"},"content":{"rendered":"<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;We come from Ireland!&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So etwas \u00e4hnliches hatte ich durchaus erwartet. Die englische Sprache war zwar zu erkennen, aber ihr Dialekt, die Lautst\u00e4rke und der Alkoholpegel sorgten f\u00fcr einen ziemlich matschigen Singsang. Erfahrungsgem\u00e4\u00df sind es dann eben Iren. Sie geh\u00f6rten zur gr\u00f6\u00dften Gruppe Nachtschw\u00e4rmer &#8211; der, die ins Berghain nicht reingekommen sind. Gl\u00fccklicherweise machte sie das keineswegs so fuchsig wie viele andere, sie waren eher ausgelassener Feierlaune und sahen ihr Abblitzen bei den T\u00fcrstehern als eine Art zu erwartende Wendung des Spiels &#8222;getting drunk in Berlin&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einen anderen Club wollten sie nat\u00fcrlich dennoch empfohlen haben. Das Watergate, normalerweise mein erster Vorschlag, lehnten sie gleich ab mit der Begr\u00fcndung, da seien sie schon zuvor nicht reingekommen. Obwohl die drei Jungs jetzt also wahrscheinlich mindestens zwei Stunden an irgendwelchen Clubs angestanden hatten, die sie nicht reinlassen wollten, waren sie noch lustig genug, mich zu fragen, ob ich nicht etwas anderes empfehlen k\u00f6nnte, wo man sie auch wieder wegschickt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich habe dann beschlossen, sie zum Tresor zu bringen. Unter den Clubs in Berlin hat er ja durchaus noch einen brauchbaren Ruf &#8211; wobei ich als Nicht-Clubber immer die Vermutung habe, dass da eigentlich gar nicht mehr viel los ist und der Laden einfach nur von <a title=\"Wikipedia - Tresor (Club)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tresor_%28Club%29\" target=\"_blank\">seiner Geschichte<\/a> als erster Techno-Club lebt. Das Sch\u00f6ne an dem Club f\u00fcr mich als Taxifahrer ist, dass ich den Kunden eigentlich immer versprechen kann, dass die Schlange kurz ist. Etwas, das nat\u00fcrlich auch bei den Iren jetzt f\u00fcr Heiterkeit sorgte. Da man auf dem Weg ohnehin dort vorbeikommt, habe ich nebenbei noch das Kater Holzig empfohlen &#8211; falls sie sp\u00e4ter doch noch was anderes in Laufn\u00e4he suchen sollten. Obwohl nat\u00fcrlich noch v\u00f6llig unklar war, ob die Locations ihnen zusagen w\u00fcrden und ich die Weitergabe von Infos &#8211; so ich sie habe &#8211; einfach nur als netten (aber unspektakul\u00e4ren) Service sehe, schlug die Begeisterung umgehend Wellen. Lautstarke nat\u00fcrlich, Iren und so \u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu guter Letzt wurde f\u00fcr die Fahrt von 6,80 \u20ac ein Fuffi gez\u00fcckt und ich hab die Jungs gefragt, ob sie nicht vielleicht doch noch etwas kleineres h\u00e4tten.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;Even some coins would be great. Today I didn&#8217;t get any coins \u2026&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00fcnsch-Dir-was kann man mit Iren als &#8222;best cabdriver in the whole fucking city of big awesome berlin&#8220; erstaunlich gut spielen. Die 6,80 \u20ac hatte ich binnen Sekundenbruchteilen beisammen. Als der letzte das Auto verlassen hatte, hatte ich in meiner Hand sage und schreibe 11,50 \u20ac. Einer der Jungs beugte sich nochmal ans Fenster und meinte:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;Are this enough coins my friend? I hope not, because I still have one fucking coin left and it would be such a fucking great pleasure to give it to you!&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Allen Ernstes! Damit hatte ich dann zw\u00f6lf Euronen und war finanziell besser bedient, als h\u00e4tte ich die Truppe trinkgeldlos bis nach Charlottenburg verfrachtet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch wenn die Ausdrucksweise der Jungs einen starken Hang in Richtung Geschmacklosigkeit hatte: was viele bei den betrunkenen Jugendlichen vergessen, ist, dass sie hier in dieser Stadt sind, um Party zu machen und es jedem danken, der ihnen dabei hilft. Und wenn es durch kleine Informationsh\u00e4ppchen ist. Vielleicht bin ich auch mal zu alt f\u00fcr die Lautst\u00e4rke. Bis dahin aber lasse ich mir diese Kundschaft nicht schlechtreden. Denn oftmals sind es diese schr\u00e4gen V\u00f6gel, die genau das aufbringen, was vielen anderen abgeht: Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr meine Arbeit, echte ehrliche fucking Wertsch\u00e4tzung!<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/6bfde149a1774c17801db61367c1d92e\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;We come from Ireland!&#8220; So etwas \u00e4hnliches hatte ich durchaus erwartet. Die englische Sprache war zwar zu erkennen, aber ihr Dialekt, die Lautst\u00e4rke und der Alkoholpegel sorgten f\u00fcr einen ziemlich matschigen Singsang. Erfahrungsgem\u00e4\u00df sind es dann eben Iren. Sie geh\u00f6rten zur gr\u00f6\u00dften Gruppe Nachtschw\u00e4rmer &#8211; der, die ins Berghain nicht reingekommen sind. 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