{"id":10209,"date":"2012-02-10T08:34:48","date_gmt":"2012-02-10T06:34:48","guid":{"rendered":"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/?p=10209"},"modified":"2012-02-10T04:25:21","modified_gmt":"2012-02-10T02:25:21","slug":"zombie-tour","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/2012\/02\/10\/zombie-tour\/","title":{"rendered":"Zombie-Tour"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><a title=\"Taxihaus Berlin (Sashs Chefs)\" href=\"http:\/\/www.taxihaus-berlin.de\" target=\"_blank\">Mein Chef<\/a> w\u00fcrde sich ja freuen, wenn ich einen Thriller \u00fcber Zombies in Berlin mit einem Taxifahrer als Helden schreiben w\u00fcrde. Ob ich ihm den Gefallen tun werde, wei\u00df ich noch nicht. Ein Anfang k\u00f6nnte so in etwa aussehen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die eiskalte Nacht hatte Berlin in ihrem Griff. Die Spree war unter der Last der Minusgrade gefroren, auch auf den Stra\u00dfen war jegliche Bewegung erstarrt. Kein Auto weit und breit, von Fu\u00dfg\u00e4ngern ganz zu schweigen. Sash \u00e4rgerte sich. Es war Wochenende, die Stadt sollte eigentlich voll sein von Feierw\u00fctigen, von Betrunkenen und \u00fcberhaupt: von Menschen! Stattdessen sa\u00df er in seinem Taxi und starrte die Ampel an der Jannowitzbr\u00fccke an. Diese zeigte ununterbrochen rot, die Heizung hielt mit M\u00fche und Not die Eisblumen davon ab, die Autoscheiben zu erobern. Ein paar einsame Schneeflocken tanzten im Sturz begriffen gen Erde, taumelten haltlos durcheinander, blieben regungslos liegen.<br \/>\nDer Motor des Erdgas-Opels stotterte leise vor sich hin. Von au\u00dfen, in der unerbittlichen Stille, musste er dr\u00f6hnen wie ein D\u00fcsentriebwerk. Sash entspannte sich mit der Zeit, das Radio dudelte leise vor sich hin und irgendwann schaltete die Ampel auf Gr\u00fcn.<br \/>\nEin leichter Druck aufs Gaspedal lie\u00df das Stottern des Motors zu einem Kreischen werden, ein leichter Schub versetzte die hellelfenbeinfarbene Festung gegen die K\u00e4lte ins Rollen. Sashs Blick versank in der Weite der mit puderzuckerfeinem Schnee \u00fcberzogenen Holzmarktstra\u00dfe, als ein dumpfer Schlag die Nacht zerreisst. Bamm! Noch einmal: Bamm!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit schreckerstarrtem Gesicht reisst der Taxifahrer sein Gesicht herum und blickt durch das rechte Seitenfenster in eine schmerzverzerrte Grimasse. Die furchtbar entgleisten Gesichtsz\u00fcge eines jungen Mannes starren ihn panikerf\u00fcllt an, unwillk\u00fcrlich tritt Sash auf die Bremse.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ganz brauchbar, oder?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die reale Fortsetzung ist weniger spannend. Der junge Mann nimmt auf dem Beifahrersitz Platz und bittet um eine Fahrt ins Krankenhaus.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;Welches denn?&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;Egal! Das n\u00e4chste!&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er hat mir seine Hand pr\u00e4sentiert, die vor allem aus hervorquellendem Blut zu bestehen schien. Nein, ganz so wild war es nicht, aber ich hab schon etwas Sorgen um die Sauberkeit meines Taxis gehabt. W\u00e4hrend ich wie ein Irrer in Richtung Friedrichshain gerast bin, meist ziemlich genau um die Punktegrenze herum, hab ich aus meiner Jackentasche eine Packung Taschent\u00fccher gekramt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Irgendwie war er selbst ziemlich \u00fcberfordert mit der Situation und hat meinen Hinweis, die T\u00fccher doch wenigstens fest aufzudr\u00fccken, missachtet und vor sich hingejammert. Und geflucht. An einem Zaun war er h\u00e4ngengeblieben. Wie auch immer das nachts um 3 Uhr passiert&#8230; aber was interessiert es mich auch? Es war auf jeden Fall ein netter Kerl und ich hatte ihn binnen 5 Minuten in der Notaufnahme. Obwohl ich mir das Geld selbst heraussuchen durfte, blieb das Trinkgeld letzten Endes d\u00fcnn &#8211; aber man ist ja froh, wenn man helfen kann, nicht wahr?<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/e09028bdc1ab47a1ba26a5c8f11e9de3\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mein Chef w\u00fcrde sich ja freuen, wenn ich einen Thriller \u00fcber Zombies in Berlin mit einem Taxifahrer als Helden schreiben w\u00fcrde. Ob ich ihm den Gefallen tun werde, wei\u00df ich noch nicht. Ein Anfang k\u00f6nnte so in etwa aussehen: Die eiskalte Nacht hatte Berlin in ihrem Griff. 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