{"id":7919,"date":"2011-03-22T07:18:11","date_gmt":"2011-03-22T06:18:11","guid":{"rendered":"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/"},"modified":"2015-08-17T07:14:29","modified_gmt":"2015-08-17T05:14:29","slug":"faq-zum-taxischein","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/faq\/faq-zum-taxischein\/","title":{"rendered":"FAQ zum Taxischein"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie wird man eigentlich Taxifahrer?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die f\u00fcr Bewerber sicher sch\u00f6ne Nachricht: Man braucht keine richtige Ausbildung, um Taxifahrer zu werden. Im Grunde ist alles, was man daf\u00fcr braucht, der sogenannte F\u00fchrerschein zur Fahrgastbef\u00f6rderung, meist Personenbef\u00f6rderungsschein oder gleich kurz P-Schein oder Taxischein genannt. Er wird wie alle F\u00fchrerscheine bei der entsprechenden Beh\u00f6rde ausgegeben, in Berlin beim <a href=\"http:\/\/www.berlin.de\/labo\/\" target=\"_blank\">Landesamt f\u00fcr B\u00fcrger- und Ordnungsangelegenheiten<\/a> (LABO).<br \/>\nZumindest in Berlin kann man sich im Besitz eines solchen Scheines umgehend auf die Suche nach einem Arbeitgeber machen.<br \/>\nEtwas komplizierter sieht die Sache nat\u00fcrlich aus, wenn man sich selbst\u00e4ndig machen will. Mir fehlen da selbst noch ein paar Infos, aber man muss zumindest mal zus\u00e4tzlich zum P-Schein eine Konzession bekommen, ein Gewerbe und ein Taxi anmelden. Dazu muss man eine Pr\u00fcfung \u00fcber ein paar betriebswirtschaftliche Grundlagen bei der IHK ablegen und ein bisschen Geld als Notfallkapital nachweisen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was ist eigentlich dieser P-Schein?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der P-Schein ist nach dem normalen F\u00fchrerschein das wichtigste Papier, die Voraussetzung zum Taxifahren. Folglich kriegt man es nicht umsonst. Zum einen muss man nat\u00fcrlich eine Geb\u00fchr (in Berlin etwas \u00fcber 40 \u20ac beim LABO) daf\u00fcr zahlen, zum anderen kriegt man ihn auch erst, wenn man einige Vorbedingungen erf\u00fcllt:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Man muss mindestens 21 Jahre alt sein<\/li>\n<li>Man muss seit mindestens 2 Jahren den F\u00fchrerschein der Klasse B besitzen<\/li>\n<li>Man braucht ein aktuelles F\u00fchrungszeugnis, das zumindest in Punkto Gewaltverbrechen und Drogendelikten bl\u00fctenrein sein sollte<\/li>\n<li>Man braucht ein amts\u00e4rztliches Gutachten dar\u00fcber, dass man noch gelegentlich atmet (Sorry, aber die Untersuchungen sind l\u00e4cherlich!)<\/li>\n<li>Beim Ersterwerb (und wenn man \u00e4lter als 60 ist) braucht man noch den Nachweis \u00fcber einen bestandenen Funktions- und Leistungstest<br \/>\n(das ist so ein Reaktions- und Konzentrationstest mit viel Kn\u00f6pfchendr\u00fcckerei)<\/li>\n<li>Man ben\u00f6tigt ein augen\u00e4rztliches Gutachten \u00fcber die Sehf\u00e4higkeit<br \/>\n(keine Sorge, man kann das auch mit Brille schaffen!)<\/li>\n<li>Man braucht &#8211; und das ist zumindest in Berlin das schwerste &#8211; den Nachweis \u00fcber eine bestandene Ortskundepr\u00fcfung<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf berlin.de ist das auch <a href=\"http:\/\/www.berlin.de\/labo\/fuehrerschein\/dienstleistungen\/pschein.html\" target=\"_blank\">alles nochmal ebenso sch\u00f6n<\/a> wie hier zusammengefasst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie muss ich mir so eine Ortskundepr\u00fcfung \u00fcberhaupt vorstellen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Ortskundepr\u00fcfung ist in jeder Stadt, jedem Kreis, unterschiedlich. Es soll Gegenden geben, wo sie relativ leicht ist. Hier in Berlin ist sie ziemlich happig. Sie besteht aus 2 Teilen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schriftlicher Teil:<br \/>\nIm schriftlichen Teil werden Fragen gestellt, die den sogenannten Ortskundekatalog zur Grundlage haben. Dieser enth\u00e4lt endlos lange Listen \u00fcber die Berliner Bezirke, Stadtteile, wichtige Stra\u00dfen und Adressen. Insgesamt vielleicht 1200 Daten. In der Pr\u00fcfung muss man jetzt beispielsweise zu einem Bezirk einen Nachbarbezirk niederschreiben, zu einer Stra\u00dfe den Anfangs- und Endpunkt und zu einem Hotel in Berlin die Stra\u00dfe in der es liegt. Im Grunde ein gro\u00dfer Vokabeltest mit 30 aus 1500 Fragen. Das ist der einfache Teil.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kompliziert wird es beim zweiten Part, dem M\u00fcndlichen:<br \/>\nHier werden nun Strecken abgefragt. Die Basis ist wieder der Ortskundekatalog. Hier werden zwar nur die Rubriken &#8222;Stadtteile&#8220;, &#8222;Objekte&#8220; und &#8222;Pl\u00e4tze&#8220; abgefragt (Stra\u00dfen und Bezirke entfallen), daf\u00fcr muss man hier die Strecke von der einen zur n\u00e4chsten Adresse auswendig wissen. Die Pr\u00fcfer geben einem also 2 Punkte vor (die man aber dennoch selbst erst richtig einordnen muss) und erwarten nun, dass man auswendig alle Stra\u00dfennamen, Richtungswechsel und &#8211; als ob das nicht genug w\u00e4re &#8211; alle angrenzenden wichtigen Pl\u00e4tze herunterbetet. Die Bedingungen dabei sind absolute Fehlerfreiheit (ich hab schon eine Pr\u00fcfung verkackt, weil ich vergessen hatte, dass man an einer Stelle nicht wenden kann) und der k\u00fcrzeste Weg.<br \/>\nBeides ist nur bedingt planbar, da es f\u00fcr keine der zigtausend m\u00f6glichen Routen einen festgelegten k\u00fcrzesten Weg gibt (muss man sich also auch selbst erarbeiten) und zudem jeder normale Stadtplan zu ungenau f\u00fcr die Pr\u00fcfung ist. Man braucht also detaillierte Kenntnisse \u00fcber Einbahnstra\u00dfen, Abbiegeverbote und nicht zuletzt dar\u00fcber, an welcher Kreuzung so manche Stra\u00dfe ihren Namen wechselt. Klingt jetzt vielleicht l\u00e4cherlich, aber solche Dinge machen einem das Leben dann wirklich schwer und am Ende wird man von Stra\u00dfen tr\u00e4umen, das kann ich fast versprechen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deswegen ist es meiner Meinung nach nicht sinnig, einfach mit einem Stadtplan loszulegen, sondern in eine Taxischule zu gehen. Zus\u00e4tzlich zu Stadtplan und Routenplaner empfehle ich \u00fcbrigens den <a href=\"http:\/\/www.spezialatlas.de\" target=\"_blank\">Spezialatlas<\/a> von Axel R\u00fchle, der die vertrackten Stellen und auch die Lage von so manchem Objekt gut darstellt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wichtig ist: Nicht aufgeben. Dass man einmal, zweimal oder viermal durchf\u00e4llt bei der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung ist v\u00f6llig normal. Ich hab es selbst erst beim f\u00fcnften Anlauf gepackt.<br \/>\nEin paar H\u00e4ppchen zu meinem Gem\u00fctszustand w\u00e4hrend der Lernphase gibt es in der Kategorie &#8222;<a href=\"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/category\/job\/ausbildung\/\" target=\"_blank\">Ausbildung<\/a>&#8220; zu lesen.<br \/>\nZum Vorbereiten auf die Pr\u00fcfung empfehle ich insbesondere meinen Text &#8222;<a href=\"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/2008\/11\/26\/learning-days-revisited\/\" target=\"_blank\">Learning Days Revisited<\/a>&#8222;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was ist ein Funkschein?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die meisten Taxen werden \u00fcber Funkzentralen vermittelt. Auf dem Land werden diese Zentralen oft von einzelnen Taxifirmen gef\u00fchrt, in Gro\u00dfst\u00e4dten ist die Zentrale &#8211; oder die Zentralen, wenn es wie in Berlin mehrere sind &#8211; ein eigenst\u00e4ndiges Unternehmen. Da der Funk &#8211; egal ob Sprach- oder Datenfunk &#8211; einige Kenntnisse erfordert, kann es sein, dass die Zentralen einen Nachweis dar\u00fcber haben wollen, dass man sich mit dem Funken auskennt. Vor allem ist das auch deswegen wichtig, weil nat\u00fcrlich jede Zentrale ihre eigene Funksprache und Umgangsformen hat.<br \/>\nDeswegen werden hier in Berlin von den jeweiligen Zentralen Kurse zum Funkschein angeboten, an deren Ende ein Test steht, der nochmal zusammenfassend abfragt, was in der Schulung gesagt wurde. Diese Schulungen dauern ein oder zwei Sitzungen zu je 2 oder 3 Stunden und die Tests sind nicht schwierig. Mein Sprachfunk-Kurs hat damals (2008) 20 \u20ac gekostet, der f\u00fcr den Datenfunk w\u00e4re wohl ein bisschen teurer gewesen. Je nachdem, ob und bei welcher Zentrale man dann &#8222;angeschlossen&#8220; ist &#8211; was sich aus dem Funkger\u00e4t im Taxi selbst oder aus der Wahl des Unternehmens, f\u00fcr das man f\u00e4hrt ergibt, kann es also sein, dass man diese Schulung machen muss, um am Funk teilzunehmen. Ist aber wie gesagt keine gro\u00dfe Sache!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was ist eine Taxischule &#8211; und brauche ich sowas \u00fcberhaupt?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Taxischule ist eine meist von einem Taxiunternehmen betriebene Fortbildung, bei der man sich das n\u00f6tige Wissen f\u00fcr die Ortskundepr\u00fcfung aneignen kann. Dabei werden entweder erfahrene Mitarbeiter aus dem Unternehmen oder externe Fachkr\u00e4fte als Lehrer besch\u00e4ftigt, die in Kursen (t\u00e4glich, mehrmals oder einmal w\u00f6chentlich) das n\u00f6tige Wissen vermitteln, um die Ortskundepr\u00fcfung zu bestehen.<br \/>\nSie bieten nicht nur das Fachwissen der entsprechenden Leute, sondern eventuell auch Lernsoftware, Kartenmaterial und sonstige Unterst\u00fctzung (z.B. Adressen von \u00c4rzten f\u00fcr die Gesundheitschecks etc.) an.<br \/>\nOb man sie braucht? Im Grunde erst einmal nicht. Die Pr\u00fcfung bei den Gewerbevertretungen kann jeder ablegen, der sie bezahlt. Man muss dazu nicht bei einer Taxischule gewesen sein. Tatsache ist aber, dass die Pr\u00fcfung wirkliches Fachwissen voraussetzt, das man sich privat nur sehr schwer aneignen kann. Sei es, weil die Vorgaben sehr ungenau sind (der Ortskundekatalog bietet keine L\u00f6sungen) oder die Pr\u00fcfer Details wissen wollen, die man nicht einmal erahnt, wenn man nur einen Stadtplan hat.<br \/>\nIch kann da nur aus meiner Erfahrung sprechen, aber ich glaube, dass es sehr schwer bis nahezu unm\u00f6glich ist, sich als unbedarfter Laie ohne Taxischule (oder sonstige Lehrer) erfolgreich einer Ortskundepr\u00fcfung zu stellen.<br \/>\nAllerdings muss einem Anw\u00e4rter hier in Berlin bewusst sein, dass die Ortskundepr\u00fcfung auch wenn man eine Taxischule besucht etliche Stunden eigenverantwortliches Lernen zu Hause bedeutet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie finde ich eine gute Taxischule?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Frage kann ich nur aufgrund meiner eigenen (sehr begrenzten) Erfahrungen beantworten. Die wirkliche Qualit\u00e4t einer Taxischule liegt nat\u00fcrlich im Wissen und in der Vermittlungsf\u00e4higkeit der Lehrer. Das kann man bei einer Suche nur schwer bewerten. Aber es gibt Indizien daf\u00fcr, ob sie ein Interesse am Erfolg haben.<br \/>\nDie Preise f\u00fcr einen Lehrgang sind zum Beispiel enorm breit gef\u00e4chert. Meine Firma, <a title=\"Taxihaus-Berlin: Taxischule und Taxibetrieb\" href=\"http:\/\/www.taxihaus-berlin.de\" target=\"_blank\">das Taxihaus-Berlin<\/a>, bietet die Ausbildung zum Beispiel f\u00fcr rund 1200 \u20ac an. Andere liegen da teils weit drunter, allerdings zahlt man bei uns erst einmal nur 0,00 \u20ac, und dabei bleibt es auch, wenn man danach anderthalb Jahre hier arbeitet. Ergo: mein Chef ist interessiert daran, dass man die Pr\u00fcfung schafft und ihm Geld einbringt.<br \/>\nWichtig ist auf jeden Fall, dass die Kosten (abgesehen von den sowieso anfallenden Geb\u00fchren bei den Gewerbevertretungen) nicht steigen, wenn man die Pr\u00fcfung nicht schaffen sollte. Es ist n\u00e4mlich normal, dass man sie nicht beim ersten Mal besteht, und ich f\u00e4nde es zumindest bedenklich, wenn die Taxischule daran verdienen sollte.<br \/>\nDann w\u00e4re da noch der Umfang der Unterlagen. Kriegt man nur einen Stadtplan ausgeh\u00e4ndigt, oder beinhaltet der Lehrgang auch Software, zus\u00e4tzliches Material etc.?<br \/>\nUnd sicher auch nicht unsinnig ist die Frage danach, wann die Kurse angeboten werden. Vielerorts passen einem die Termine vielleicht nicht, oder sie sind zu selten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf pers\u00f6nliche Nachfrage (eMail siehe unter <a href=\"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/kontakt-2\/\" target=\"_blank\">Kontakt<\/a>) kann ich gerne mal einen Blick auf Angebote werfen, die ihr gefunden habt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das hier ist nur ein Teil der FAQ! Um die anderen Kategorien zu sehen, gehe <a href=\"..\/faq\/\" target=\"_blank\">auf die FAQ-Hauptseite<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/6560b243de414802a20feb825d93a2a7\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie wird man eigentlich Taxifahrer? Die f\u00fcr Bewerber sicher sch\u00f6ne Nachricht: Man braucht keine richtige Ausbildung, um Taxifahrer zu werden. Im Grunde ist alles, was man daf\u00fcr braucht, der sogenannte F\u00fchrerschein zur Fahrgastbef\u00f6rderung, meist Personenbef\u00f6rderungsschein oder gleich kurz P-Schein oder Taxischein genannt. 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